Tiefbau: Warum Kanalsanierungen besondere Herausforderungen mit sich bringen

24.02.2026 | Allgemein

“Diverse Maßnahmen dienten dem Schutz der Bäume.”

Ein Blogbeitrag von Christoph Schulte

Viele Kanäle in Deutschland sind in keinem guten Zustand, wobei ihre Sanierung oft eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt. Ein Projekt im Hamburger Vorhornweg macht deutlich, worauf es dabei ankommt.

Keine Frage – diese Zahlen sind bemer­kenswert: Laut Deutscher Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) weist ein Fünftel aller Kanalisationen in Deutschland Schäden auf. Ihr durch­schnitt­liches Alter beträgt dabei immerhin knapp 40 Jahre! Auf der anderen Seite werden nur 1,1 Prozent des Kanalnetzes jährlich saniert.

Folglich türmt sich aktuell ein immer höherer Investitionsbedarf auf, zumal die dahinter stehenden Prozesse mitunter etwas Zeit (und sorg­fältige Planungen) benötigen. Beispiele? Schauen wir dazu auf eine Sielsanierung im Vorhornweg in Hamburg – ein Projekt, das wir plane­risch im Auftrag des Sozialunternehmens Fördern & Wohnen eng begleitet haben.

Wenn Wurzeln im Weg sind

Der erste Schritt einer solchen Maßnahme erklärt sich fast von selbst: Es wurden 160 Quadratmeter Pflaster abge­tragen und anschließend ein 290 Kubikmeter großer Graben ausge­hoben. Allerdings behin­derten Bäume den Schwenkbereich des Baggers und Wurzeln störten den Aushub. Diverse Maßnahmen dienten deshalb dem Schutz der Pflanzen, wobei wir uns intensiv mit Baumpflegern abge­stimmt haben: Wie müssen die Baggerarbeiten im Wurzelbereich ablaufen und welche Nachsorge ist an beschä­digten Ästen und Stämmen nötig? Die Antworten des Baumpflegers flossen in die Planungen mit ein.

Tiefe Ausgrabungen für Pumpwerk

Interessant war darüber hinaus die tech­nische Planung rund um das Abwassersystem, denn zum einen musste die Entsorgung der betrof­fenen Gebäude die ganze Zeit weiter­gehen. Zum anderen reden wir hier von recht tiefen Ausgrabungen (mit Wasserhaltung) – inklusive eines Schmutzwasserpumpwerks, das sich bis zu 5,3 Meter unter der Höhe des Gebäudes befindet. Seine Schachtgründung besteht aus Unterwasserbeton mit enormem Gewicht. Letztlich war das eine Aufgabe für ein Unternehmen aus dem Spezialtiefbau.

Unser Fazit? Positiv. Schnelle Entscheidungen durch die Bauherrenvertreter, unkom­pli­zierte Abstimmungen im Planungsteam und eine enge Kooperation mit der ausfüh­renden Firma sorgten für einen vorbild­lichen Prozess.

    Die Schachtgründung aus Unterwasserbeton hatte ein hohes Gewicht.