„Ein Jahr Elektromobilität“ – und was das für unsere Planung bedeutet

“Elektromobilität funktioniert im Alltag. Sehr gut sogar – aber auf die Weiterentwicklung der Infrastruktur kommt es in den nächsten Jahren an.”
Ein Blogbeitrag von Peter Martin
Seit einem Jahr fahre ich elektrisch und es hat meine Perspektive auf die E‑Mobilität verändert. Nicht nur als Nutzer, sondern auch als Planer. Zeit für ein ehrliches Fazit – und für die Frage: Was nehme ich daraus für unsere Projekte mit?
1. Wie fühlt sich Elektromobilität im Alltag an?
Geräuschloser Motor, direkte Beschleunigung – die Unterschiede zum Fahrverhalten eines Verbrenners merkt man nach wenigen Minuten. Das sorgt bei mir für ein entspanntes Fahren in der Stadt und auf längeren Strecken. Auch in meinem Alltag funktioniert das Konzept, denn Wege zur Arbeit, auf Baustellen oder zum Einkaufen sind nie ein Problem. Besonders komfortabel ist das Ganze, wenn man zu Hause laden kann: abends anschließen, morgens mit voller Batterie starten.
2. Was sind die Vor- und Nachteile?
Ja, das Laden unterwegs ist etwas komplizierter als das klassische Tanken. Und nein: Ein großes Problem ist das aus meiner Sicht nicht. Dabei habe ich allerdings mehrere Apps und Ladekarten ausprobiert, denn nicht jede Säule ist mit jedem Anbieter kompatibel.
Inzwischen kenne ich „meine“ Lösungen und es läuft problemlos. Trotzdem schadet es nicht, mit einer gewisse Akku-Reserve zum Laden zu fahren. Schließlich kommt es vor, dass Ladesäulen nicht funktionieren. Außerdem wichtig: Im Winter sinkt die Reichweite, weshalb man längere Strecken noch besser planen muss.
Ein großer Vorteil zeigt sich für mich beim Blick auf die Betriebskosten. Strom ist – insbesondere beim Laden zu Hause – günstiger als Benzin oder Diesel. Zudem fallen typische Wartungsarbeiten wie zum Beispiel der Ölwechsel weg. Das macht sich im Geldbeutel bemerkbar.
Und auch der Umweltaspekt punktet. Es gibt keine Emissionen in der Stadt und – trotz des großen Aufwands bei der Batterieherstellung – ist die Umweltbilanz besser als beim Verbrenner. Man muss eben die gesamte Nutzungsdauer betrachten.
3. Was bedeutet das für die Planung von Ladepunkten?
Unser Ingenieurbüro steht für praxisnahe Konzepte und das gilt natürlich auch für die Planung von E‑Ladepunkten. Die Praxis zeigt deutlich, worauf es dabei wirklich ankommt:
Zunächst einmal müssen Wallbox und Co. alltagstauglich sein – und nicht nur rechnerisch ins Konzept passen. Dabei behalten wir die Skalierbarkeit im Blick. Die Infrastruktur ist also darauf vorbereitet, dass in Wohnanlagen oder Quartieren die Nutzerzahlen wachsen. Außerdem ist präzises Lastmanagement unverzichtbar, denn ohne eine intelligente Steuerung stößt jedes System irgendwann an seine Grenzen.
Und nicht zuletzt wollen wir technische Zugangshürden vermeiden. Es muss einfach sein, das Auto zu laden! Sonst wir das Ganze nicht akzeptiert. Gleiches gilt im Übrigen für die Abrechnung – je einfacher desto besser.
Fazit:
Elektromobilität funktioniert im Alltag. Sehr gut sogar – aber auf die Weiterentwicklung der Infrastruktur kommt es in den nächsten Jahren an. Gute Planung denkt nicht nur über Leistung, sondern auch über den Nutzer nach. Und genau das machen wir.